Gleichgewichtsstörungen / Schwindel in der HNO-Praxis

In der HNO-fachärztlichen Praxis sind Gleichgewichtsstörungen bzw. Schwindel ein sehr häufig vorgetragenes Beschwerdebild. Bei der Diagnostik von Gleichgewichtsstörungen / Schwindel kommt der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde eine zentrale Bedeutung zu, da das Gleichgewichtsorgan zusammen mit dem Hörorgan im Innenohr untergebracht ist.

Heute definiert man Schwindel als „subjektive Orientierungsstörungen im Raum“. Gleichgewichtsstörungen lösen Ängste und starke Unsicherheit aus und schränken die Lebensqualität enorm ein. Darüber hinaus besteht Sturzgefahr, wovon besonders unsere älteren Patienten betroffen sind. Seh- und Hörschwäche verschärfen das Problem zusätzlich, denn das Auge und das Gehör sind wichtige Hilfen bei der Orientierung im Raum.

Schwindel / Gleichgewichtsprobleme betreffen alle Altersgruppen, doch mit höherem Lebensalter nehmen durch Schwindel verursachte Beschwerden deutlich zu. Das liegt unter anderem daran, dass das vestibuläre System, also das Gleichgewichtsorgan im Innenohr, selbst einem Alterungsprozess unterliegt und an Empfindlichkeit einbüßt.

Schwindel hat viele Erscheinungsbilder: Unsicherheit, Schwanken, Drehschwindel und vieles mehr. Man teilt Schwindel grob in zwei Kategorien ein: in eine vestibuläre, vom Innenohr verursachte Form und in die nicht-vestibuläre Form, die auf verschiedene andere Ursachen zurückzuführen ist.

Einige der häufigsten Schwindelerkrankungen in der HNO-Heilkunde sind:

  • Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPLS)
    Es handelt sich um einen gutartigen Lagerungsschwindel, bei dem die Bogengänge im Gleichgewichtsorgan betroffen sind. Es gibt verschiedene Ursachen dieser Schwindelform, je nach dem welcher der drei Bogengänge betroffen ist. Die Therapie besteht in Übungen und Manövern, die die Beschwerden schnell beenden können, z. b. Manöver nach Semont, Epley, und andere mehr.
  • Morbus Ménière
    Diesen anfallsartigen Drehschwindel, verbunden mit einer einseitigen Hörminderung und Ohrgeräuschen behandelt man überwiegend medikamentös. Bei sehr hartnäckigen Fällen besteht die Möglichkeit der Gentamycinausschaltung, u. U. auch eine operative Therapie. Darüber hinaus biete ich meinen Patienten auch komplementäre Behandlungen an, besonders Akupunktur oder Homöopathie.
  • Akustikusneurinom
    Bei dieser Erkrankung wächst ein Tumor am Hör-Gleichgewichtsnerven. Die Therapie erfolgt in der Regel operativ. In bestimmten Fällen kann auch eine Behandlung mit dem „Gamma-Knife“ erfolgen. Hierbei wird der Tumor per Strahlentherapie angegangen.
  • Neuropathia vestibularis
    Bei dieser Erkrankung, die den Patienten sehr beeinträchtigt, fällt ein Gleichgewichtsorgan aus. Es kommt zu sehr starkem Drehschwindel, allerdings ohne Auftreten von Tinnitus oder Hörstörungen. Es erfolgt eine medikamentöse Therapie. In den meisten Fällen kommt es zur Erholung des Vestibularorgans oder zur Kompensation.

Als Hals-Nasen-Ohrenarzt bin ich seit mehr als 20 Jahren mit der Diagnostik und Therapie von Schwindelerkrankungen befasst. Als darüber hinaus zertifizierter Audiologe und Neurootologe (BV HNO) bin ich in der Lage, meinen Patienten eine Schwindeldiagnostik auf Klinikniveau mit computergestützter Innenohrdiagnostik der neuesten Generation anzubieten.

Alle Untersuchungen der Testbatterie für Schwindelpatienten sind nicht invasiv, schmerzfrei und zeitnah durchführbar.